Die Stores der Zukunft

Im dreijährigen Turnus zeigte die Messe EuroShop in Düsseldorf im Februar 2020, wie Stores in Zukunft aussehen werden. Nicht alles hat (zum Glück?) Relevanz für den Hochzeitsmodehandel. Und doch gab es bei den rund 2.300 Ausstellern aus 57 Nationen viele spannende Produkte und Konzepte zu entdecken

Text Stefanie Hütz

Im dreijährigen Turnus zeigte die Messe EuroShop in Düsseldorf im Februar 2020, wie Stores in Zukunft aussehen werden. Nicht alles hat (zum Glück?) Relevanz für den Hochzeitsmodehandel. Und doch gab es bei den rund 2.300 Ausstellern aus 57 Nationen viele spannende Produkte und Konzepte zu entdecken

Storedesign und Ladenbau

Die neuen Einrichtungssysteme, beispielsweise von Umdasch oder Visplay, zeichnen sich durch hohe Flexibilität aus. Sortimente, Präsentationsformen, Standorte im Raum: Alles ist schnell veränderbar. Zugleich sind die meisten Elemente elektrifiziert, was nicht nur einer verkaufsfördernden Warenausleuchtung, sondern zugleich der Integration verschiedenster elektronischer Devices zugutekommt: ob es der Bildschirm mit stimmungsvollem Bewegtbild oder vertiefender Produktinformation ist.

Bestandteil des Gemeinschaftsstands von Ansorg, Visplay und Vizona war ein Rückzugsraum, wie er auch am POS vorstellbar wäre. Entschleunigende White-Noise-Klänge und Detox-Licht helfen, einen Moment abzuschalten, während hochfloriger Teppich und mit gefilzter Lammwolle bezogene Wände etwaige Störgeräusche filtern. So sammelt Frau Kraft, um bestens fokussiert und ganz „bei sich“ ihr Traumkleid zu finden. Ohnehin spielten die Sinne einen zentrale Rolle beim Auftritt der zur Vitra-Gruppe gehörenden Schwester-Unternehmen: Mithilfe eines Eyetracking-Geräts wurde der Gemütszustand der Gäste ermittelt, um sie dann mit passgenauer Lichtstimmung, Musik und einem abgestimmten Drink zu verwöhnen.

Beton – zu kühl für brautmode?

Reizvolles gab es auch rund um Fertigungstechnologien und Materialien: 3D-Druck spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Beton – viel zu kühl für Brautmode? Mitnichten, belegte 3D Betondruck Solutions. Das Unternehmen stellt individuell gestaltbare Möbel her, die auf Wunsch filigrane Strukturen aufweisen und beispielsweise fast wie gewebte Textilien anmuten. Verschiedene Farben, auch Farbverläufe sind umsetzbar. Am Ende ihres Lebens sind die Produkte zu 100 Prozent recycelbar.

Nachhaltigkeit

Ohnehin nahm das Thema Nachhaltigkeit auf der EuroShop eine zentrale Stellung ein. Das unterstrichen der dänische Hersteller von Designtextilien Kvadrat und sein Start-up-Tochterunternehmen Really. Der Verbund stellt „Solid Textile Boards“ her, die – optisch und inhaltlich wunderbar zur Modebranche passend – als Regalböden, Rückwände, Tischplatten und Co. fungieren können. Geschredderte Gucci-Bags wurden bereits ebenso zur Grundlage wie abgelegte Handtücher aus der Hotellerie oder Textilabfälle aus der Kvadrat-Produktion. In Kooperation können Marken auch Storeelemente aus eigenen Stoffresten und Alttextilien fertigen lassen.

Lighting ist wichtig

3D-Druck ist auch im Licht-Segment angekommen. Signify, nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Beleuchtung, druckt Leuchten und Lampenschirme projektbezogen. Generell geht es darum, Stores in das individuell richtige Licht zu tauchen. Mit Hilfe von Lichtsteuerungen können Händler quasi auf Knopfdruck variierende Lichtszenarien starten oder Anpassungen an der Präsentation vornehmen. Dynamisches Licht zieht auch in Schaufenster ein, um die Aufmerksamkeit von Passanten zu erhöhen. Am besten spielt die Schaufensterscheibe mit: Guardian Clarity bietet Scheiben aus nicht reflektierendem Glas, in denen sich Sonnenlicht nicht spiegelt. „Sonniger“ dürfen dafür die Storeeingänge werden: Ceiling Panels von Signify machen das Betreten eines Geschäfts einladender. Ansorg perfektionierte derweil das Deckenlicht für Umkleidekabinen. Die sog. „Lightshower“ unterstützt dabei, den Ort der Kaufentscheidung und insbesondere den eigenen Anblick im Spiegel so attraktiv wie möglich zu gestalten.

Visual merchandising

In punkto Warenpräsentation ging es auf der EuroShop ausgesprochen grün (z.B. Florawall, Treelocate) und tierisch zu. Von Affen bis Echsen ließen sich vielfältige Deko-Figuren blicken. Apropos Figuren: Dank 3D-Druck werden diese immer lebensnäher, wie u.a. Hans Boodt und Genesis Mannequins demonstrierten.

Zu den weiteren Produkt-Highlights zählte die „ambient wall“ des Unternehmens Wallcreators, eine Weiterentwicklung klassischer LED-Leuchtplakate. In diesem Fall treffen keine statischen, sondern dynamische Lichtanimationen auf hochaufgelöste Textildruck-Motive. Aluvision entführt mit seinen LED-Videowänden komplett in virtuelle Welten, die von Wald bis Blütenmeer aber äußerst realistisch erscheinen können. Mit frei kombinierbaren LED-Buchstaben, „abcMix“ genannt, zog auch das Unternehmen LongLife LED viel Aufmerksamkeit auf sich. Worte nach Wahl lassen sich per magnetischem Stecksystem sekundenschnell zusammenfügen, illuminieren und in die Präsentation integrieren. Fertig ist die Werbebotschaft!

Handelsgastronomie

Dem aufstrebenden Segment der Gastronomie widmete die EuroShop erstmals eine eigene „Dimension“. Besonders interessant: die Rundum-Sorglos-Lösungen, die u.a. Aichinger vorstellte, ob das Snackparadies „Garden of Eden“ oder den Coffeeshop „Heavenly Peace“ in Kooperation mit Schärf Kaffee. Aichinger bietet nicht nur die Einrichtung, sondern auch Marktanalyse, Konzeptentwicklung, Planung, Realisierung, Einbau, Training der Mitarbeiter und Coaching im laufenden Betrieb an, sodass sich die Händler vollauf ihrer Kernkompetenz widmen können.

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