DIE UNABHÄNGIGE FACHZEITSCHRIFT FÜR HOCHZEITSMODE

Sabine Greiff-Heberle: „Finden Sie Ihre eigene Nische“

Die Inhaberin der Agentur Traumhochzeit mit 25 Standorten in Deutschland, Österreich und auf Mallorca gibt im Interview Marketing-Tipps für Brautmodenfachgeschäfte und erläutert die Zielgruppe aus der Sichtweise einer renommierten Hochzeitsplanerin.
1. Sie leiten die Agentur Traumhochzeit, die in den vergangenen 15 Jahren mehr als 6.000 Hochzeiten geplant hat. Wie funktioniert die Agentur?

„Bei uns steht Individualität, das Miteinander und kreativer Austausch im Fokus. Jede FranchisepartnerIn bringt unterschiedliche Stärken mit in die Agentur. Es liegt an uns, diese zu erkennen und zu fördern. Personalentwicklung wird bei uns großgeschrieben. Monatliche Schulungen, Calls und eine Mastermind-Gruppe unterstützen die PartnerInnen in ihrer Entwicklung.“

 
2. Wie erleben Sie derzeit Brautpaare?

„Die größte Veränderung hat uns sicherlich Social Media beschert. Das Angebot an Hochzeitsinspirationen und Dienstleistern ist riesig. Das führt bei einigen Paaren zu wunderbaren Hochzeiten, es kann aber auch überfordernd sein und dann kann sich das Paar gar nicht mehr entscheiden. Überdies haben sich durch die Vielzahl von Inspirationen die Ansprüche der Paare erhöht, das Budget aber nicht zwangsläufig auch. Durch Social Media und ‚Dr. Google‘ sind die Brautpaare besser informiert und strukturiert. Die Brautpaare vergleichen heute viel mehr die verschiedenen Dienstleister und ihre Leistungen und Angebote miteinander, bevor sie sich entscheiden.“

 
3. Welche Veränderungen haben Sie in den letzten Jahren in der Zielgruppe festgestellt?

„Corona hat uns auch ein Stück weit gezeigt, was im Leben wirklich zählt. Aus dem höher, schneller und weiter in der Hochzeitsbranche wurde teilweise wieder persönlicher, liebevoller, kleiner und nachhaltiger. Die Zielgruppe ist bewusster geworden. Paare beginnen früher mit der Planung, da die Brautpaare wissen, dass viele Locations durch den zweijährigen Aufschub schnell ausgebucht sind. Darüber hinaus gibt es aber auch noch richtig kurzfristige Anfragen mit nur zwei bis drei Monaten Vorlauf. Überdies werden die Hochzeiten kleiner und intimer – auch Destination Wedding ist ein großer Trend in der Zielgruppe.“

 
4. Wer plant die Hochzeit?

„Aus meiner Erfahrung heraus würde ich sagen, dass es in den Genen der Frauen liegt, dass sie sich früher und intensiver mit ihren Hochzeitsplänen beschäftigen als die Männer. Wer als kleines Mädchen einmal bei einer Hochzeit Blumen gestreut hat, träumt meist ab diesem Zeitpunkt von der eigenen Traumhochzeit.“

 
5. Was motiviert Paare zu heiraten?

„Die Motivation zur Heirat liegt in der stärkeren und offiziellen Verbindung zum PartnerIn. Durch den Bund der Ehe bestätigt und feiert das Paar die Liebe zueinander, die innere Verbundenheit und zeigt sie auch – ganz offiziell – nach außen. Das Paar blickt gemeinsam in eine Richtung und sagt ganz bewusst Ja zu einer gemeinsamen Zukunft. Durch die herausfordernden Umstände der beiden letzten Jahre haben sich viele Paare auch auf die Werte und den Partner fokussiert, denn gerade in unruhigen und schwierigen Zeiten merken wir, ob wir den richtigen PartnerIn an unserer Seite haben. Mit der Hochzeit wird aus einem Paar dann eine Familie – einige Paare heiraten auch mit Nachwuchs. Die gegenseitige Absicherung ist den Paaren zwar bewusst, aber nur in den seltensten Fällen, der einzige Grund für die Heirat.“

 
6. Was steht für die meisten Ihrer Brautpaare bei der Planung im Vordergrund?

„Im Vordergrund der Hochzeitsplanung liegt die Individualität des Brautpaares. Allen ist deutlich geworden, wie wertvoll die Begegnungen mit Menschen sind und somit ist das Bewusstsein für eine schöne und stimmungsvolle Feier gestiegen. Der Charakter des Brautpaares sollte sich in der passenden Location mit der ausgewählten Dekoration, dem guten Essen und einer ausgelassenen Feier widerspiegeln.“

 
7. Ihr Tipp an Brautmodenfachgeschäfte, um zukünftige Brautpaare anzusprechen?

„Ich würde den Brautmodenfachgeschäften empfehlen, mit der Zeit zu gehen, aber nicht nur mit dem Strom zu schwimmen. Es ist heute sehr wichtig eine eigene Nische zu finden, um sich von der ‚Masse‘ abzuheben und einen spitzen ‚Marketingpfeil‘ in den Markt senden zu können.“

 
8. Wie wichtig sind Styled Shootings und welche Vorteile bieten diese für Hochzeitsmodenfachgeschäfte?

„Ich würde die Relevanz für Hochzeitsmodenfachgeschäfte als sehr hoch einstufen, denn Styled Shootings sind Inspirationsquellen und stellen die Hochzeitsmode durch die Kombination von Location und Dekoration in Szene gesetzt dar. Es werden Emotionen transportiert und somit bekommt das Brautpaar eine bessere Vorstellung davon, wie die Mode aussieht und zu welchem Stil das Outfit perfekt passt, als bei einem reinen Modellshooting. Darüber hinaus werden die Modelle häufig an ‚echten‘ Menschen gezeigt und nicht nur an ‚perfekten‘ Models. Mit den Bildern und Videos von Styled Shootings wird auch die Reichweite auf den Social Media Kanälen gesteigert, denn die lebendigen Bilder erreichen mehr Aufmerksamkeit, als reine Werbeshootings.“

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